31. Oktober – Gedenktag der Reformation (Reformationsfest)

Proprium

Spruch des Tages

Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. (1 Kor 3,11)

Predigtjahrgänge

  1. 5 Mose 6,4-9 (AT)
  2. Mt 10,26b-33
  3. Gal 5,1-6
  4. Ps 46,1-12
  5. Mt 5,1-10(11-12) (EV)
  6. Röm 3,21-28 (EP)

Lieder des Tages

  • EG 341 Nun freut euch, lieben Christen g‘mein
  • EG 360 Die ganze Welt hast du uns überlassen

Psalm

Ps 46,2-12

Liturgische Farbe

Rot

Gebete

  • Kyrie, Gloria, Tagesgebet

    Hinführung zum Kyrie

    Wir kommen und schauen.
    Auf dich. Auf unser Leben.
    Auch auf unser Versagen.
    Auch auf unser Zweifeln.
    Was die Augen verdunkelt,
    was den Herzen Angst macht
    – das sagen wir dir in der Stille.

    Stille

    Erbarme dich.

    Hinführung zum Gloria

    Gott ist unsre Zuversicht, so verheißt es der Psalm.
    Gott ist unsere Stärke.
    Bergung und Wehr.
    Zuflucht und Macht.

    Tagesgebet

    Wenn wir stumm sind vor Angst – mach uns Singen von deiner Liebe.
    Wenn wir uns klein fühlen – mach uns Singen von deiner Gnade.
    Wenn wir deiner Macht nicht trauen – mach uns Singen von deiner Gerechtigkeit.
    Dir sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.

  • Eingangsgebet für die einfache Form

    Wenn wir gegeneinander stehen,
    wenn wir Recht behalten wollen,
    mach uns still, Gott, damit wir dein Lied hören,
    sanft und heiter.

    Wenn wir laut werden.
    Wenn wir uns als Herrinnen und Herren aufspielen,
    mach uns still, Gott, damit wir dein Lied hören,
    leise und zart.

    Lehre uns Singen von deinem Frieden.
    Mache unser Herz weit für deine Barmherzigkeit.
    Heute, an diesem Morgen/Abend.

    oder

    Gott, da sind wir.
    Und du bist auch da.
    Du bist bei uns, egal wie groß oder klein unser Mut gerade ist.
    Wir sind hier mit allem, wo wir Ermutigung brauchen.

    kurze Stille

    Wir sind hier mit allem, worauf wir hoffen.

    kurze Stille

    Wir sind hier mit allem,
    wo wir Kraft zum Aufstehen brauchen.

    kurze Stille

    Steh auf zum Leben, sagst du zu uns, Gott.
    Und mit deiner geheimnisvollen Kraft
    hilfst du uns auf.

    oder

    Gott, du bist wie eine sichere Burg.
    Eine Burg für viele Menschen,
    für mutige und ängstliche.
    Du kannst uns aufhelfen.
    Du kannst uns ermutigen.
    Du begleitest uns, wenn wir etwas wagen.
    Das beten wir im Namen Jesu, deinem mutigen Sohn,
    der im Leben und Sterben aufgestanden ist.

  • Fürbitten

    Du, Gott, bist unsere Hoffnung
    im Leben, im Sterben, in Ewigkeit.
    Du führst uns zusammen zu einer Gemeinschaft der Heiligen.

    Nun bitten wir dich:
    Sieh auf deine Kirchen.
    Ihre Leidenschaft für die Wahrheit.
    Ihr Ringen im Dialog.
    Sieh auf alle, die in ihnen wirken.
    In den Gemeinden.
    An den Sterbebetten.
    In den Kindergärten.
    Segne sie, damit sie zum Segen werden für die Welt.
    Wir rufen zu dir:

    Liedruf

    Sieh auf die christlichen Kinder, Männer und Frauen, die bedroht werden.
    Verachtet. Eingesperrt. Getötet.
    Weil sie Christen und Christinnen sind.
    Im Iran. Im Irak.
    In Syrien. In Nordkorea.
    In vielen anderen Ländern.
    Sei ihnen Schutz und Hilfe.
    Wir rufen zu dir:

    Liedruf

    Sieh auf die Nationen und Religionen in unserem Land.
    Jüdisch, christlich, muslimisch.
    Menschen die anders glauben.
    Menschen, die ohne Religion leben.
    Sieh auf die, die Hass im Herzen tragen.
    Und sieh auf die, die Herzen und Münder öffnen für das Gespräch miteinander.
    Behüte alle, die den Frieden zu suchen.
    Wir rufen zu dir:

    Liedruf

    Sieh auf die, die Gewalt leiden.
    Die in Angst leben vor dem nächsten Bombenhagel.
    Die fliehen vor Terror und Maschinengewehren.
    Vor Vergewaltigung und vor Verstümmelung.
    Sieh auf die Kinder auf der Flucht.
    Hin- und hergestoßen an den Grenzen Europas.
    Verletzte Leiber. Verletzte Seelen.
    Stärke alle, die ihnen bestehen.
    Wir rufen zu dir:

    Liedruf

    In der Stille nennen wir dir die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen.

    Stille

    Bleibe bei uns, Gott.
    Sei mit uns auf unserem Weg.
    Bleibe bei uns.
    Fülle unsere Herzen mit Frieden.
    Bleibe bei uns.
    Am Abend und am Morgen.
    Dir sei Lob und Dank von Ewigkeit zu Ewigkeit.

    oder

    Im Angesicht deines Sohnes, lebendiger Gott,
    im Angesicht Jesu zeigst du, wer du bist:
    Hüterin der Verlorenen.
    Hilfe der Armen.
    Richter der Ungerechten.
    Nun bitten wir dich für deine Ebenbilder.
    Für die du Mensch geworden bist.
    Denn du liebst sie.

    Sieh auf die Mutlosen,
    die des Lebens müde sind.
    Ohne Kraft für den Alltag.
    In Sorge um ihre Existenz.
    In Angst, nicht gut genug zu sein.

    Kurze Stille

    Richte sie auf mit deinem liebevollen Wort.

    Liedruf

    Sieh auf die Armen.
    In Somalia (aktualisieren), wo der Hunger wütet.
    Und der Bürgerkrieg.
    Sieh auf die vielen anderen,
    die nicht das Nötigste haben.
    In Venezuela. In Nigeria. (aktualisieren) In anderen Ländern.

    Kurze Stille

    Lass es nicht zu, dass deine Menschen elend sterben.

    Liedruf

    Sieh auf die, denen Böses angetan wird.
    In Syrien. In Afghanistan. (aktualisieren) In Deutschland.
    Überall, wo deine Ebenbilder geschändet werden,
    verletzt, vergewaltigt, verachtet.

    Kurze Stille

    Sei ihnen Schutz und Schirm.

    Liedruf

    Sieh auf die, die Böses tun.
    In Regierungen. In Konzernen. In Terrororganisationen.
    In radikalen Gruppen.
    In Familien, auch da.

    Kurze Stille

    Halte sie auf.

    Liedruf

    Sieh auf die Menschen in deiner Kirche.
    Da ist viel Sorge, weil wir an Einfluss verlieren.
    Aber da ist auch viel Wärme.
    Viel Leidenschaft für das Gute.

    Kurze Stille

    Lass uns zum Segen werden.

    Liedruf

    In der Stille sagen wir dir, was uns besonders bewegt.

    Stille

    Du, unsere Zuversicht und Hilfe,
    sei bei uns alle Tage.
    Heute, morgen und in Ewigkeit.

    oder

    Mit Liedruf EG+ 104,1: Das wünsch ich sehr

    Das wünsch ich sehr, Gott, dass du bei den Menschen bist.
    Ich bitte dich für alle kleinen und großen Menschen, die sich fürchten.
    Für Kinder, denen Angst gemacht wird.
    Für Kinder und Erwachsenen, denen Gewalt angetan wird.
    Für alle, die auf der Flucht sind.
    Für alle, die durch Feuer oder andere Katastrophen alles verloren haben.
    Für alle, die mitten im Terror leben müssen.
    Für alle, die einen Menschen verloren haben.

    Liedruf

    Das wünsch ich sehr, Gott, dass du uns ganz nah bist.
    Wenn wir traurig sind.
    Wenn wir mutlos sind.
    Wenn wir uns kleiner fühlen, als wir sind.
    Wenn wir uns allein gelassen fühlen.

    Liedruf

    Das wünsch ich sehr, Gott, dass du lachst.
    Wir danken dir für unser Leben.
    Für die Früchte der Erde, die uns nähren.
    Für die Liebe der Menschen, die uns trägt.
    Für die Kraft zum Leben, die uns erfüllt.
    Danke, Gott.

    Wir bitten dich, Gott, um Lebenskraft für alle,
    die gerade ganz besonders viel Kraft brauchen
    und uns am Herzen liegen:

    Stilles Gebet

Besondere Gestaltungen

  • Übersetzungscollage zu Psalm 46 und Gebet

    Für mehrere Sprecherinnen oder Sprecher

    L = Lutherübersetzung 2017
    Z = Zürcher Übersetzung
    B = Martin Buber
    BigS = Bibel in gerechter Sprache

    Inszenierungsvorschläge: Jeder Übersetzung wird eine Person zugeordnet. Die Personen können im Raum verteilt stehen. Oder die Einwürfe B, Z, BigS werden immer chorisch gesprochen, also durch zwei oder mehrere Personen gleichzeitig. Das könnten z.B. Konfirmandinnen und Konfirmanden übernehmen. Für die Gemeinde ist es hilfreich, wenn sie weiß, was gerade gelesen wird. Dies kann entweder ins Liedblatt oder auch mit knappen Worten mündlich vorgetragen werden, z. B. in folgender Weise:

    „Der Reformations-Psalms 46 –wir lesen ihn in vier Übersetzungen.
    Martin Luther, Martin Buber, Zürcher Übersetzung und Bibel in gerechter Sprache.
    Wir beginnen stets mit der Lutherübersetzung und ergänzen durch die anderen.“

    Collage
    Ein Lied der Korachiter, nach der Weise „Junge Frauen“. (L)

    In Jugend-Tonart, ein Gesang. (B)

    Nach Mädchenweise. (Z)

    Gott ist unsre Zuversicht und Stärke. (L)

    Bergung und Wehr. (B)

    Zuflucht und Macht. (BigS)

    Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. (L)

    In Bedrängnissen gar sehr befunden. (B)

    Wohl bewährt. (Z)

    Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge. (L)

    Wenn die Erde schwankt. (BigS)

    Und die Berge mitten ins Meer sänken. (L)

    Wanken im Herzen der Meere. (B)

    Wenngleich das Meer wütete und wallte
    und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. (L)

    Wasser toben. (BigS)

    Berge erzittern. (Z)

    Musik

    Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein,
    da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. (L)

    Eines Stromes Arme erfreuen die Gottesstadt. (Z)

    Gott ist bei ihr drinnen. (L)

    In ihrer Mitte. (Z)

    Darum wird sie fest bleiben. (L)

    Nie wird sie wanken. (B)

    Gott hilft ihr früh am Morgen. (L)

    Gott hilft. (Z)

    Musik

    Die Völker müssen verzagen und die Königreiche fallen,
    das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt. (L)

    Gott gibt seine Stimme aus: die Erde birst! (B)

    Der HERR Zebaoth ist mit uns,
    der Gott Jakobs ist unser Schutz. (L)

    Eine Burg. (Z)

    Kommt her und schauet die Werke des HERRN,
    der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet. (L)

    Der Entsetzen verbreitet. (Z)

    Erstarren. (B)

    Der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt. (L)

    Kriege verabschiedet er. (B)

    Der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt
    und Wagen mit Feuer verbrennt. (L)

    Die Lanze splittert er. (B)

    Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! (L)

    Lasst ab und erkennt. (Z)

    Musik

    Ich will mich erheben unter den Völkern,
    ich will mich erheben auf Erden.
    Der HERR Zebaoth ist mit uns,
    der Gott Jakobs ist unser Schutz. (L)

    Eine Fluchtburg. (BigS)

    Eine Burg ist uns der Gott Jakobs. (Z)

    Musik (Antiphon oder Gloria patri)

    Gebet zum Psalm
    Wir werden still vor dir.
    Und erkennen:
    Du bist Gott. Du allein.
    Hilf uns, damit wir dich hören.
    Deine Stimme, die uns sagt:
    Fürchtet euch nicht.

  • Eingangsgebet mit ausführlichem Schuldbekenntnis und Bitte um Vergebung

    z. B. bei einem ökumenischen Gottesdienst
    Bei diesem Schuldbekenntnis wird nicht zwischen „katholischer oder evangelischer Schuld“ unterschieden.

    Lasst uns beten:
    Gott, barmherzig und gnädig.
    Wir stehen vor dir.
    Wir sehen zurück.
    Wir sehen auf die Schuld unserer Kirchen.
    Was wir einander angetan haben,
    bringen wir vor dich.
    Auch, was wir denen angetan haben,
    die durch unsere Spaltung viel Leiden ertragen mussten.
    Gemeinsam bitten wir dich:

    Alle: Vergib uns unsere Schuld.

    Wir haben uns in deinem Haus als Herren und Herrinnen aufgespielt.
    Wir haben Grenzen gegeneinander gebaut.
    Jahrhundertelang.
    Wir haben einander verurteilt.
    Wir haben einander herabgewürdigt.
    Wir haben in den anderen nicht die Schwestern gesehen.
    Nicht die Brüder.
    So haben wir dich verleugnet.
    Gemeinsam bitten wir dich:

    Alle: Vergib uns unsere Schuld.

    Wir haben Burgen aus Hass gebaut.
    Und aus Verachtung.
    Wir haben die Bauern verfolgt.
    Und die Täufer.
    Und die Juden.
    Und die, die als Ketzer angesehen wurden.
    Oder als Hexen.
    Viele Menschen sind unseretwegen gestorben.
    So haben wir dich verraten.
    Gemeinsam bitten wir dich:

    Alle: Vergib uns unsere Schuld.

    Wir haben Türme der Macht gebaut.
    Und uns auf Fürsten verlassen.
    Oder auf uns selbst.
    Wir haben Kriege gegeneinander geführt.
    Viel Blut vergossen.
    Und geglaubt: Wir tun das in deinem Namen.
    So haben wir deinen Namen missbraucht.
    Gemeinsam bitten wir dich:

    Alle: Vergib uns unsere Schuld.

    Gott, barmherzig und gnädig.
    Sieh auf uns heute.
    Miteinander auf dem Weg.
    Heile die Wunden.
    Verbinde das Zerrissene.
    Baue dein Haus unter uns.
    Bunt und vielfältig.
    Voller Musik und Lachen.
    Voll Liebe und Sorge füreinander.