Zehnter Sonntag nach Trinitatis – Israelsonntag: Kirche und Israel

Proprium

Wochenspruch

Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! (Ps 33,12)

Predigtjahrgänge

  1. Mk 12,28-34 (EV)
  2. Röm 11,25-32 (EP)
  3. 2 Mose 19,1-6 (AT)
  4. Mt 5,17-20
  5. 5 Mose 4,5-20
  6. Sach 8,20-23

Wochenlieder

  • EG 290 Nun danket Gott, erhebt und preiset
  • EG 429 Lobt und preist die herrlichen Taten

Wochenpsalm

Ps 122,1-9

Liturgische Farbe

Grün

Gebete

  • Kyrie, Gloria, Tagesgebet

    Hinführung zum Kyrie

    Gott, ewig in deiner Treue zu Israel,
    Was sollen wir dir sagen?
    Was sollen wir beten, wenn wir nach Jerusalem blicken?
    Diese Stadt –
    die so viel Leiden sieht.

    Was sollen wir beten, wenn wir auf uns blicken?
    Christinnen und Christen überall und zu allen Zeiten –
    die so viel Leiden verursacht haben.

    Was sollen wir beten, wenn wir auf Deutschland blicken?
    Dieses Land –
    in dem es immer noch Feindschaft gegen Menschen jüdischen Glaubens gibt.

    Wir kommen jetzt zu dir.
    Und bitten dich: Sprich du mit uns.

    Kyrie eleison

    Hinführung zum Gloria

    So sagt es der Apostel Paulus:
    Der Heilige Geist hilft unsrer Schwachheit auf.
    Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt,
    sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.
    (Röm 8,26)

    Tagesgebet

    Sprich mit uns, Ewiger.
    Uns fehlen die Worte.
    Denn das lastet noch auf uns:
    Die Verfolgung der Jüdinnen und Juden.
    Die Verachtung.
    Die Verurteilung.
    Seufze in uns.
    Und dann, du Lebendige:
    Gib uns die Kraft, die aus der Erinnerung kommt.
    Damit wir merken:
    Wir sind Geschwister – Juden und Christen.
    Segen wollen wir sein.
    Miteinander in dieser Welt.
    Dazu hilf uns, Gott.
    Denn du liebst.
    Du versöhnst.
    Du segnest.
    Heute und immer.

  • Eingangsgebet für die einfache Form

    Wir sind froh, Gott,
    dass es das gibt:
    Juden und Christen gemeinsam im Gespräch.
    In Freundschaft verbunden.
    Versöhnt.
    Trotz der Verfolgung.
    Trotz des Leidens.
    Trotz der Wunden.
    Öffne unsere Herzen für einander.
    Öffne unsere Ohren für dein Wort.
    Öffne unsere Münder.
    Damit sie sprechen, wo es nötig ist:
    Worte des Friedens und der Versöhnung und der Heilung.

  • Fürbitten

    Ach, Gott, wäre doch Frieden in Jerusalem!
    In dieser Stadt, die gebaut wurde,
    damit Menschen zusammenkommen.

    Wir schauen mit Sorge auf Jerusalem.
    Es gibt Misstrauen.
    Es gibt Feindschaft.
    Es gibt Gewalt.
    Wann, Gott, wird Frieden sein?

    Kurze Stille oder Musik oder Liedruf

    Wir schauen auch mit Hoffnung auf Jerusalem.
    Manche Israelis und Palästinenser reichen einander die Hand.
    Sie bauen gemeinsame Schulen.
    Sie beten.
    Sie proben den Frieden.
    Gott, wir bitten dich: Stärke sie.

    Kurze Stille oder Musik oder Liedruf

    Wir schauen mit Sorge auf Deutschland.
    Deutsche jüdischen Glaubens fühlen sich nicht sicher in ihrem Land.
    Ihre Bethäuser müssen bewacht werden.
    Es gibt Judenhass. Unverhohlen.
    Wann, Gott, wird das aufhören?

    Kurze Stille oder Musik oder Liedruf

    Wir schauen auch mit Hoffnung auf Deutschland.
    Juden sprechen mit Christen.
    Christen sprechen mit Muslimen.
    Juden, Christen und Muslime sprechen miteinander.
    Sie sind verschiedener Meinung.
    Sie achten einander.
    Sie treiben Sport miteinander.
    Sie sind ein Segen für die Gesellschaft.
    Gott, wir bitten dich: Stärke sie.

    Kurze Stille oder Musik oder Liedruf

    Ach, Gott, wäre doch Frieden in Israel,
    im Irak, in Syrien, in Mali (aktuelle Länder einsetzen)!
    Mit Sorge schauen wir auf die Orte,
    wo Menschen Menschen töten.
    Und mit Hoffnung schauen wir auf die Menschen,
    die der Gewalt widerstehen.
    Gott, wir bitten dich: Stärke sie.
    Und stärke uns.

    Kurze Stille oder Musik oder Liedruf

    In der Stille nennen wir dir die Menschen,
    die uns besonders am Herzen liegen.

    Stilles Gebet

Liedvorschläge

  • Eingangslied und Vorschläge zu den Predigtjahrgängen

    Eingangslied

    EG 295 Wohl denen, die da wandeln

    Vorschläge zu den Predigtjahrgängen

    I: Mk 12,28-34 (EV)
    EG 401 Liebe, die du mich zum Bilde
    EG 417 Lass die Wurzel unsers Handelns Liebe sein
    EG-HN 621 Ins Wasser fällt ein Stein
    EG+ 75 Da berühren sich Himmel und Erde
    EG+ 96 Ich sing dir mein Lied
    EG+ 113 Über allem ist die Liebe

    II: Röm 11,25-32 (EP)
    EG 293 Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all
    EG 302 Du meine Seele, singe
    EG+ 95 Singt Gott unserm Herrn

    III: 2 Mose 19,1-6 (AT)
    EG 279 Jauchzt alle Lande, Gott zu Ehren
    EG 317 Lobe den Herren
    EG+ 95 Singt Gott unserm Herrn

    IV: Mt 5,17-20
    EG 176 Öffne mir die Augen (Kanon)
    EG-HN 631 In Gottes Namen wolln wir finden
    EG-HN 640 Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn

    V: 5 Mose 4,5-20
    EG 231 Dies sind die heilgen zehn Gebot
    EG 286 Singt, singt dem Herren neue Lieder
    MKL 1, 108 Wir wünschen, Herr

    VI: Sach 8,20-23
    EG 282  Wie lieblich schön, Herr Zebaoth
    EG 300 Lobt Gott, den Herrn der Herrlichkeit
    EG-HN 560 Es kommt die Zeit

Besondere Gestaltung

  • Was für ein herrliches Volk!

    Meditation und Gebet zu 5 Mose 4,5-10

    Geeignet als Element in der Eingangsliturgie nach einer Lesung von 5 Mose 4 oder auch als Fürbitten.

    Für zwei oder auch mehr Sprecher*innen.

    So hat es Moses den Israeliten gesagt:
    Haltet euch an die Tora Gottes. Dann wird man sagen:
    Ei, was für weise und verständige Leute sind das!
    Was für ein herrliches Volk!

    Sie führen keine Kriege.
    Sie respektieren die Fremden.
    Sie lieben ihre Nächsten.
    Sie achten ihre Feinde.

    Was für ein herrliches Volk!

    Sie fördern ihre Kinder voller Liebe und Respekt.
    Sie sorgen dafür, dass jeder und jede zufrieden alt werden kann.
    Sie sorgen sich um die, die Leid tragen.
    Sie freuen sich an dem Glück der anderen.

    Was für ein herrliches Volk!

    Sie haben das wirtschaftliche Wohlergehen aller im Blick.
    Sie bereichern sich nicht am Elend der Armen.
    Sie ermöglichen es allen, in Würde ihr Brot zu verdienen.
    Sie fühlen sich verantwortlich für die Natur.

    Was für ein herrliches Volk!

    Sie achten auf ihre Seele.
    Sie tun sich selbst und einander gut.
    Sie haben Gottes Gebote in ihren Herzen.
    Sie haben Gott in ihrer Nähe.

    Was für ein herrliches Volk!

    Du, Gott, ewig in deiner Treue zu Israel.
    Gnädig in deiner Zuwendung zu uns Christen.
    Freundlich in deiner Liebe zu allen Menschen guten Willens.
    Schreibe uns deine Gebote ins Herz.
    Damit sich das Gute ausbreitet.
    Weisheit. Verstand. Liebe.
    Hier bei uns. In Israel. Überall.